Sonntag, 15. März 2015

Das Klemensmuseum in Maria am Gestade






Klemens Maria Hofbauer, Ordenspriester, Stadtpatron von Wien. Klemens Maria Hofbauer wurde 1751 zu Taßwitz in Mähren geboren. Er war in seiner Jugend Bäckergeselle zu Znaim. 1784 wurde er in Rom der erste deutsche Redemptorist und war seit 1786 in Polen tätig. 1807 wurde er von Napoleon aus Warschau vertrieben und ließ sich 1808 in Wien nieder, wo er sich als Seelsorger aller Bevölkerungsschichten, besonders aber der Armen und Notleidenden, bewährte. Die Verhältnisse waren aufgrund der josephinischstaatskirchlichen Entchristlichung weiter Bevölkerungsteile schwierig. Als Prediger und Seelenführer nahm er im „Hofbauer-Kreis“ auch Einfluss auf die Romantik; in der Seelsorge beschritt er neue Wege durch Hausbesuche, Krankenbesuche, Heimabende und die Einrichtung kirchlicher Leihbibliotheken. Er trug viel zur Überwindung der Aufklärung und zur Stärkung des Einflusses Roms in Deutschland und Österreich bei. Der „Apostel von Wien“ starb am 15. März 1820. Klemens Maria Hofbauer wird dargestellt in Redemptoristenkleidung in Gebetshaltung.
(Martyrologium Sancrucense)

Seit 24. Jänner 2014 wird in Nebenräumen der Kirche Maria am Gestade das Leben und Wirken vom Klemens Hofbauer dargestellt. Zu sehen sind liturgische Geräte und Gewänder sowie Alltagsgegenstände, die dem Heiligen gehörten bzw. von ihm gebraucht wurden.

"Mit Dekret per 14. Jänner 1914 wurde Hofbauer zum „patronus minus principalis“ der Stadt Wien, also zum zweiten Patron, erhoben. Einen Stadtpatron im engeren Sinn kannte Wien bis dahin nicht, wenngleich wie in vielen anderen Bischofsstädten auch in Wien der Patron des Bistums, der hl. Stefan, besonders gefeiert wurde. Vor 350 Jahren ist allerdings der hl. Leopold zum Patron der österreichischen Erblande – inklusive Wien – ernannt worden. Er galt damit als erster Patron, wird aber heute als Niederösterreichischer Landespatron verehrt und hat in Wien dem hl. Klemens Platz gemacht."
(Quelle)



Öffnungszeiten: Sonntags: 14.00 - 17.00 (Winterzeit), 15.00 - 18.00 Uhr (Sommerzeit),


Reliquien von Seligen und Heiligen Redemptoristen

Klemens Maria Hofbauer

Krücken von Frl. Amalia Conte (Neapel), geheilt auf die Fürbitte des hl. Klemens am 3.8.1905 (als Wunder am 25.1.1909
anerkannt. Rechts die Urne, mit der die Reliquien des Heiligen von Maria Enzersdorf nach Maria am Gestade überführt wurden (1862)



vlnr: Kreuzreliquiar, Klemensreliquiar mit coloriertem Bildnis, Anfang 19. Jh., Klemensreliquiar mit Granaten, doppeltem Strahlenkranz und schwarz-weiß Bildnis, spätes 18. Jh.




Ebenholz-Standkreuz mit Perlmuttereinlage und Elfenbeinschnitzerei, Barock, 18. Jh.,
rechts Portrait von Klemens (1975) nach einer 1919 übermalten Fotografie einer Portraitzeichnung von 1815


Messkelch und Patene des hl. Klemens, Barock, Mitte 18. Jh.

Versehtäschchen des hl. Klemens, blauer Damast und Seidenbeutel

spätbarocke Kasel des hl. Klemens


Beichtstuhl bei St. Ursula, Wien

Einfühlungsvermögen zeichnete auch den Beichtvater und Seelenführer Hofbauer aus. Während seiner Wiener Zeit ging er auch im kältesten Winter schon um vier Uhr morgens hinaus in die Vorstadt zu den Mechitaristen-Patres, wo er drei Stunden im Beichtstuhl saß. Von dort begab er sich in die Kirche der Ursulinen. Dort war sein Beichtstuhl bereits umlagert. Und als er nach Hause kam, warteten die Menschen vor seiner Wohnung, um bei ihm ihr Herz auszuschütten.
Seine Zusprüche, so wird berichtet, seien kurz gewesen, ernst und gütig, und hätten einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Vor allem ein Satz, den er häufig wiederholte, blieb den Beichtenden in Erinnerung: "Nur Mut! Gott lenkt alles!"


Originell war der Anschauungsunterricht, den er bisweilen mit einem Beichtzuspruch verband. Neben seinen Beichtstuhl stellte er einen Eimer voll Wasser. Wenn nun ein Beichtkind etwas Schweres auf dem Herzen hatte, nahm er einen Stein und ließ ihn ins Wasser fallen.
"So wie das Wasser diesen Stein ganz umhüllt", sagte er dem Beichtenden, "so umhüllt dich mit all deiner Schuld die Liebe des Erlösers!"
(O. Weiß, Begegnungen mit Klemens Maria Hofbauer, 65)

Esstisch des Klemens, St. Ursula, 1820









Reliquien des hl. Klemens Maria Hofbauer


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