Dienstag, 17. Oktober 2017

Frühe Bezeugung der Jungfräulichkeit Marias - Ignatius von Antiochien

Ignatius von Antiochen, St Giles, Cambridge



18. Kap. Christus vom Heiligen Geiste empfangen, geboren und getauft.
1. (....) Wo ist ein Weiser? Wo ein Forscher? Wo ist die Prahlerei derer, die man Weise nennt? 2. Denn unser Gott, Jesus der Christus, wurde von Maria empfangen, nach dem Heilsplan Gottes zwar aus dem Samen Davids, aber vom Heiligen Geiste; er wurde geboren und getauft, damit er durch das Leiden das Wasser reinige.

Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter

19. Kap. Wie die Geheimnisse der Jungfrauschaft Marias, die Geburt und der Tod Christi dem Teufel verborgen blieben und wie sie den Zeiten geoffenbart wurden.
1. Und es blieb dem Fürsten dieser Welt verborgen die Jungfrauschaft Marias und ihr Gebären, ebenso auch der Tod des Herrn; drei laut rufende Geheimnisse, die in der Stille Gottes vollbracht wurden. 2. Wie wurden sie nun den Zeiten kund? Ein Stern strahlte auf am Himmel, heller als alle Sterne, und sein Licht war unbeschreiblich, und seine Neuheit rief Staunen hervor; alle übrigen Sterne aber samt Sonne und Mond führten einen Reigen auf vor diesem Sterne, und sein Licht überstrahlte alle; und es herrschte Bestürzung darüber, woher diese unter ihnen neue Erscheinung sei. 3. Infolgedessen löste jegliche Zauberei sich auf, und jede Fessel der Bosheit ward vernichtet; die Unwissenheit ward weggenommen, das alte Reich ward zerstört, da Gott in Menschengestalt sich offenbarte zur Neuschaffung ewigen Lebens; da nahm seinen Anfang, was bei Gott zubereitet war. Deshalb kam alles in Bewegung, weil die Vernichtung des Todes betrieben wurde. 

Maria die Jungfrau, Jesaja, Maria Magdalena, Anselm

St Giles, Cambridge

Montag, 16. Oktober 2017

Verheißungen des heiligsten Herzens Jesu

Jesus

und Margareta Maria Alacoque

Verheißungen unseres Herrn Jesus Christus
an die heilige Margareta Maria Alacoque
für die Verehrer seines göttlichen Herzens

  1. "Die Weltleute werden mittels dieser liebenswürdigen Andacht alle für ihren Stand notwendige Hilfe finden."
  2. "Er wird ihren Familien den Frieden schenken." "Er wird die getrennten Familien wieder vereinigen."
  3. "In ihrer Not wird er sie trösten."
  4. "Sie werden in diesem Herzen ihre Zuflucht im Leben, besonders aber in der Stunde des Todes finden." - "Wie süß ist das Sterben, nachdem man eine beständige Andacht zum Herzen dessen unterhalten hat, der uns richten wird." - "Die, welche dieses heilige Herz verehren, werden nie verloren gehen."
  5. "Über alle ihre Unternehmungen wird er Segnungen ausgießen." - "Er wird sie in allen ihren Arbeiten unterstützen."
  6. "Ich hoffe, dass dieses göttliche Herz eine überfließende und unerschöpfliche Quelle von Barmherzigkeit und Gnaden werde..., um den gerechten Zorn Gottes für so viele Verbrechen zu besänftigen..., Gott wird im Hinblick auf die Liebe, die er zu diesem heiligen Herzen trägt, den Sündern verzeihen. Das heilige Herz ist wie eine Feste und ein sicherer Zufluchtsort für alle armen Sünder, die sich dorthin flüchten wollen, um der göttlichen Grechtigkeit zu entgehen." - "Das heilige Herz ist allmächtig, um Barmherzigkeit zu erlangen." - "Das heilige Herz will eine große Menge vom Wege des Verderbens zurückziehen, um das Reich seiner Liebe daselbst zu errichten."
  7. "Er hat mir versprochen..., die süße Salbung seiner brennenden Liebe über alle Gemeinden auszugießen, welche ihn verehren und sich unter seinen besonderen Schutz stellen werden: er wird die Züchtigungen seiner göttlichen Gerechtigkeit entfernen, um sie wieder eifrig zu machen, wenn sie lau geworden sein sollten."
  8. "Ich kenne keine andere Übung der Frömmigkeit, die imstande wäre, in kurzer Zeit eine Seele zur höchsten Vollkommenheit emporzuführen."
  9. "Mein göttlicher Erlöser gab mir zu verstehen, dass alle, welche am Heile der Seelen arbeiten, die Gabe haben werden, auch die verhärtetsten Herzen zu rühren; sie werden, falls sie nur selber eine zarte Andacht zu seinem heiligen Herzen pflegen, mit wunderbarem Erfolg arbeiten." - "Es genügt, das göttliche Herz bekannt zu machen und dann ihm die Sorge zu überlassen, die Herzen, die er sich vorbehalten hat, mit der Salbung seiner Gnade zu durchdringen: glücklich, wer zu dieser Zahl gehört!"
  10. "Da er die Quelle allen Segens ist, so wird er diesen reichlich über alle Orte ausgießen, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens zur Liebe und Verehrung aufgestellt ist."
  11. "Er ließ mich viele Namen schauen, die darin (im heiligen Herzen) eingeschrieben waren wegen ihres Verlangens, seine Ehre zu fördern, darum wird er es nie gestatten, dass sie daraus getilgt werden." - "Er entdeckte mir Schätze von Liebe und Gnaden für die Personen, welche sich ihm weihen und hinopfern, damit sie ihm alle Ehre, Liebe und Verherrlichung verschaffen, die nur in ihrer Macht steht."
  12. "Im Übermaß meiner Barmherzigkeit verspreche ich dir, dass meine allmächtige Liebe all denen, welche neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade der endlichen Bußfertigkeit gewähren wird; sie werden nicht in meiner Ungnade, noch ohne Sakramentenempfang sterben und mein Herz wird für sie eine sichere Zuflucht in dieser Stunde sein."(kathpedia)
kathpedia
Herz Jesu Altar, Petersdom

Weihegebet zum heiligsten Herzen Jesu:
 
Ich N.N. weihe und übergebe mich
dem heiligen Herzen unseres Herrn Jesus Christus.
Ich weihe ihm mein Sein und Leben, mein Tun, mein Leiden und Dulden.
Alles, was ich bin, soll mir von heute an nur dazu dienen,
sein Herz zu ehren, zu lieben und zu verherrlichen.
Heute ist es mein unwiderruflicher Vorsatz.
Ich will ihm ganz gehören und alles tun aus Liebe zu ihm;
ich will von ganzem Herzen allem entsagen, was ihm mißfallen könnte.
Heiligstes Herz,
ich erwähle Dich also zum einzigen Gegenstand meiner Liebe,
zum Beschützer meines Lebens,
zum Unterpfand meines Heiles,
zur Stütze meiner Schwachheit und Unbeständigkeit,
zum Sühneopfer für alle Sünden meines Lebens,
zu meiner sicheren Zuflucht in der Stunde des Todes.
Herz der Güte,
sei Du also mein Anwalt bei Gott dem Vater
und wende die Strafen seines gerechten Zornes von mir ab!
Herz der Liebe,
auf Dich setze ich mein ganzes Vertrauen;
ich fürchte alles von meiner Bosheit und Schwäche,
doch ich erhoffe alles von Deiner Güte.
So tilge denn in mir alles, was Dir mißfallen oder entgegen sein könnte!
Präge Deine reine Liebe meinem Herzen so tief ein,
dass ich Dich nie mehr vergessen oder mich von Dir trennen kann!
Bei all Deiner Güte bitte ich Dich,
mein Name möge Deinem Herzen tief eingegraben sein.
All mein Glück und mein Ruhm soll es sein,
zu leben und zu sterben in Deinem Dienste

(Heilige Margareta Maria Alacoque)

 

Thomas für Thomas

Thomas von Aquin stellt Kardinal Carafa der Jungfrau Maria vor, S. Maria sopra Minerva, Rom

Endlich wird Maria "die Gnadenvolle" genannt, wegen dem Überströmen ihrer Gnade auf alle Menschenn. -
Denn wiederum ist es schon etwas Grosses an jedem Heiligen, wenn er so viel Gnade besitzt, dass sie sogar noch zur Heiligung vieler anderer hinreicht. Würde er aber so viel besitzen, dass sie zur Heiligung aller Menschen auf der ganzen Welt hinreichte, so wäre das wohl das Höchste. Dies ist aber der Fall bei Christus und bei der heiligsten Jungfrau.
Denn von dieser glorreichen Jungfrau kannst du in jeder Gefahr Hilfe erlangen. (...) Ebenso kannst du bei der Ausübung jeder Art guter Werke sicher auf ihren Beistand rechnen. Und darum sagt sie von sich selbst: "Bei mir ist jegliche Hoffnung des Lebens und der Tugend".

(aus dem Katechismus des hl. Thomas von Aquin)

Sonntag, 15. Oktober 2017

Aurelia von Regensburg


Aurelia von Regensburg, eine Reklusin bei Sankt Emmeram in Regensburg. Aurelia lebte nach der Legende über fünfzig Jahre als Reklusin und starb am 15. Oktober 1027. Das Hochgrab im Kreuzgang von Sankt Emmeram stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts.
(Martyrologium Sancrucense)

Grabstätte der Aurelia von Regensburg in der Kosterkirche St. Emmeram in Regensburg, Relieffigur um 1330-35

Die Gnade der geistlichen Vermählung - Theresia von Avila

Theresia von Avila, Museo de Santa Teresa, Avila

Theresia von Jesus, Karmelitin, Ordensreformatorin und Kirchenlehrerin. Theresia wird nicht nur deshalb, „die Große“ genannt, um sie von der „kleinen Therèse“, also von „Theresia vom Kinde Jesu“ zu unterscheiden. Ihr Leben bezeugt das große Gnadenwirken Gottes. Teresa de Cepeda y Ahumada wurde als jüngstes von 11 Geschwistern am 28. März 1515 zu Avila in Spanien geboren. Sie trat als 20-jährige am 2. November 1535 in das Karmelitinnenkloster der Menschwerdung in Avila ein. Die Observanz war oberflächlich, ja verkommen. Nach einem Jahr brach Theresia zusammen, lag einige Tage im Koma, so dass man sie für tot hielt. Man hatte ihre Augen bereits mit Wachs verschlossen und hätte sie beinahe lebendig begraben. Danach hatte Theresia erste mystische Visionen.
1539 kam es nach einer Begegnung mit dem leidenden Christus zur – wie sie es nannte – „endgültigen Bekehrung“. In ihrem Kloster und von der Ordensleitung wurde sie deshalb oft nicht ernst genommen, ja bekämpft. 1560 erlebte sie Visionen der Hölle, die ihren Wunsch nach Vollkommenheit noch verstärkten. Unter größten Schwierigkeiten und Anfeindungen ihrer Ordensschwestern setzte sie die Reform des Karmeliterordens durch: 1562 erfolgte mit Genehmigung des Papstes und des Ortsbischofs die Gründung eines Reformklosters in Avila. Die „Unbeschuhten Karmelitinnen“ mit strengster Klosterzucht waren geboren. Zusammen mit Johannes vom Kreuz gründete sie ab 1568 insgesamt 32 solche Reformklöster für Frauen und für Männer. Neuer Widerstand verhinderte die Weiterführung der Reform, bis der Papst 1580 die Unbeschuhten zu einem eigenen Orden erhob. Theresia starb am 4. Oktober 1582 zu Alba de Tormes. Die spanischen Stände erklärten sie 1617 zur Patronin Spaniens. In ihrem Buch „Die Seelenburg“ beschreibt Theresia die Vereinigung der Seele mit Gott. Durch die Lektüre dieses Buches hat sich Edith Stein, die spätere Märtyrin und Patronin Europas, bekehrt. Theresia von Avila wird dargestellt als Karmelitin, wie ein Engel ihr Herz durchbohrt.
(Martyrologium Sancrucense)

Darstellung der geistlichen Vemählung, Museo de Santa Teresa, Avila

Als ich im zweiten Jahr des Priorats, das ich im Kloster der Menschwerdung innehatte, am Oktavtag des hl. Martin kommunizierte, teilte P. Johannes vom Kreuz, der mir das Heiligste Sakrament gab, die Hostie für eine andere Schwester.
Ich dachte, das geschah nicht, weil es an Hostien fehlte, sondern weil er mir einen Verzicht auferlegen wollte, denn ich hatte ihm gesagt, daß es mir sehr gut tat, wenn die Hostien groß waren (aber nicht, weil ich nicht verstanden hätte, daß das unwichtig ist, da der Herr ja ganz zugegen ist, auch wenn das Stückchen sehr klein wäre).
Da sagte mir seine Majestät: Hab keine Angst, Tochter, daß jemand dazu beitragen könnte, um dich von mir zu trennen, womit er mir zu verstehen gab, daß das nichts ausmachte. Daraufhin stellte er sich mir wie andere Male in einer imaginativen Vision tief im Innern dar, gab mir seine rechte Hand und sagte zu mir: Sieh diesen Nagel! Er ist das Zeichen, daß du von heute an meine Braut bist. Bis jetzt hattest du das nicht verdient; von jetzt an wirst du nicht nur auf meine Ehre achten, weil ich dein Schöpfer, dein König und dein Gott bin, sondern weil du meine wahre Braut bist: Meine Ehre ist bereits deine, und deine meine.
Es hinterließ diese Gnade eine solche Wirkung in mir, daß sie nicht genügend Raum in mir fand, und ich wie von Sinnen war. Da sagte ich zum Herrn, daß er mich in meiner Unzulänglichkeit entweder weiter mache oder mir keine solche Gnade mehr erweise, denn ich glaubte wirklich nicht, daß meine Natur das aushalten könnte. So verbrachte ich den ganzen Tag ganz weggetreten. Hinterher habe ich einen großen Fortschritt verspürt, aber auch größere Beschämung und Niedergeschlagenheit, als ich sah, daß ich in keiner Hinsicht für so große Gnaden tauge.
(Teresa von Avila, Gesammelte Werke Bd. 3, Die geistlichen Erfahrungsberichte, 25; S 242)

Geistliche Vermählung Theresias, Convento de Santa Teresa, Avila

Samstag, 14. Oktober 2017

Maria im Tagesevangelium



In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat. Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen. (Lukas 11,27f)
 

mater lactans, Maria stillt Jesus, Sakristei Heiligenkreuz

Freitag, 13. Oktober 2017

Am Grab des hl. Simpert von Augsburg

Grabdenkmal des hl. Simpert, um 1714, St. Ulrich und Afra, Augsburg


Simpert von Augsburg, Bischof. Simpert oder Sintpert war zuerst Abt von Murbach im Elsaß und wurde um 778 Bischof von Augsburg. Nach der Absetzung Herzog Tassilos III. von Bayern wurde ihm die Diözese Neuburg übertragen, die Sintpert um 801 mit Augsburg vereinigte. Karl der Große schenkte ihm großes Vertrauen und übergab ihm 804 sächsische Geiseln zu ehrenvoller Haft. Vielleicht erbaute Sintpert den ersten Dom in Augsburg, der an derselben Stelle wie der heutige errichtet wurde.
Er starb er am 13. Oktober 807. Seit 1492 ruhen die Reliquien in einer Seitenkapelle der von ihm gegründeten und geweihten Kirche Sankt-Ulrich-und-Afra zu Augsburg.
(Martyrologium Sancrucense)

Christus und die Apostel, Terrakotta, Carlo Pallago, um 1582



Die 1479 gestiftete Kapelle bewahrt die Ruhestätte des dritten Kirchenpatrons und Augsburger Bischofs Simpert, dessen Reliquien 1492 feierlich hierher übertragen wurden.
Das Marmorgrabmal an der Südwand entstand 1714 und wird dem Füssener Bildhauerkreis um Johann Jakob Herkommer (1648-1717) zugeschrieben. Im Hintergrund der Liegefigur ist eine Schlüsselszene aus dem Leben und Wirken Simperts dargestellt: Der Legende nach soll ein von einem Wolf geraubtes Kind nach Anrufung des Heiligen unversehrt nach Hause zurückgekommen sein.






Simpertusbogen, um 1492




Fast 30 Jahre lang, von 778 bis 807, leitete Bischof Simpert die Kirche von Augsburg. Nur wenige Nachrichten sind uns über sein bischöfliches Wirken überliefert. So hat er nach Auskunft mittelalterlicher Schriftzeugnisse, welche durch Ausgrabungsergebnisse der jüngsten Zeit erhärtet worden sind, die St.-Afra-Kirche neu gebaut. Desgleichen wird ihm die Konsekration des Mariendoms an einem 28. September (möglicherweise im Jahr 807) zugeschrieben. Bis dahin trafen sich die Gläubigen zur Eucharistiefeier im ehemaligen Forumstempel, der südlich der heutigen Kathedrale lag. Auch andere Gotteshäuser soll er in seinem Sprengel gebaut haben, so erneuerte er den kleinen Klosterbau in Füssen und leitete die dortige Mönchsgemeinschaft zu klösterlicher Disziplin an. Von Benediktbeuren wird berichtet, dass Simpert im Februar 807 Abt Waltram bestattete und dessen gewählten Nachfolger Eliland zum Klosteroberen weihte. Wenige Monate danach verschied Bischof Simpert. Als Sterbetag belegt ist der 13. Oktober, das Todesjahr 807 kann nur erschlossen werden, doch gilt es höchstwahrscheinlich als gesichert. Die Bestattung erfolgte im Chor der Afra-Kirche.

Nachdem die Ungarn bei der Belagerung Augsburgs im Jahr 955 dieses Gotteshaus zerstört hatten, ließ es der damalige Bischof Ulrich aufbauen und auch die Grablege seines Vorgängers instand setzen. Wieder einhundert Jahre später errichtete Bischof Embryko für das inzwischen gegründete Benediktinerkloster 1064 eine neue Kirche. Aus diesem Anlass wurden die Gebeine Simperts erhoben und erneut beigesetzt. In der Folgezeit weitete sich die zunächst auf engsten Kreis beschränkte Verehrung Simperts aus. Dazu trug der Prior Adilbert von St. Ulrich und Afra maßgeblich bei, der um 1230 eine Lebensbeschreibung verfasste und über verschiedene Wunder berichtete, die sich am Grab Simperts ereignet hatten. Immer häufiger und zahlreicher kamen nun die Hilfesuchenden zur Ruhestätte dieses Augsburger Bischofs, sein Ruhm breitete sich über die Bistumsgrenzen hinaus aus. Die Mönche von St. Ulrich und Afra aber sammelten sorgfältig die gemeldeten Wundertaten in den Mirakelbüchern. Ohne Zweifel förderten die Benediktiner der sogenannten Melker Reform, welche vor der Mitte des 15. Jahrhunderts nach Augsburg berufen worden waren, neben der Erneuerung des mönchischen Lebens auch die Verehrung der in St. Ulrich begrabenen Heiligen und als heiligmäßig geltenden Bischöfe. So ist es nicht verwunderlich, dass der Augsburger Kardinal Peter von Schaumberg im Jubeljahr 1450 unter Vorlage der Wunderberichte Papst Nikolaus V. persönlich bat, Simpert in die Reihe der augsburgischen Heiligen aufzunehmen. Dieser erfüllte den Wunsch, fügte allerdings die Einschränkung an, dass die kultische Verehrung nur in der Grabeskirche gestattet wäre.

Einen besonderen Ehrenplatz erhielten die Gebeine Simperts im rechten Seitenschiff des 1474 begonnenen Neubaus von St. Ulrich und Afra. Dorthin übertrug Bischof Friedrich von Zollern am 23. April 1492 die Reliquien. Höchste weltliche und kirchliche Würdenträger nahmen an dieser Feier teil. Zu ihnen zählten König Maximilian I., die Herzöge Christoph und Wolfgang von Bayern, der englische Kanzler Franz von Ponte, die Äbte von Donauwörth, Fultenbach und Roggenburg und auch die angesehensten Bürger von Augsburg. Eine kunstvoll gestaltete Steinplatte, vermutlich ein Werk von Michel Erhart, schmückte das Grab. Sie zeigt Simpert, angetan mit den bischöflichen Insignien, zu dessen Füßen aber einen Wolf mit einem Kind im Rachen. Dieses Attribut geht auf eine Legende zurück, nach der ein von einer Wölfin geraubtes Knäblein nach Anrufung des Heiligen gesund nach Hause zurückgebracht wurde. Das steinerne Denkmal ist heute noch im Bayerischen Nationalmuseum zu bewundern.

(Quelle: Bistum Augsburg)



Reliquienschrein des hl. Simpert



 

Terrakottastatue des hl. Jakobus

St. Ulrich und Afra, Augsburg

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Am Grab von Papst Johannes XXIII.

Grab des hl. Johannes XXIII., Petersdom

Johannes XXIII., Papst. Angelo Giuseppe Roncalli wurde 1881 als Sohn einer Bauernfamilie geboren. 1904 zum Priester geweiht, widmete er sich zunächst der Wissenschaft und veröffentlichte 5 Bände Studien zu Karl Borromäus, dem er zeitlebens in besonderer Weise nacheiferte.

Roncalli wurde Bischofssekretär, später Feldgeistlicher im 1. Weltkrieg, danach Vatikandiplomat in Bulgarien und in Griechenland. 1933 wurde er zum Apostolischen Delegaten für die Türkei mit Sitz in Istanbul bestellt und half in dieser Position während des 2. Weltkriegs vielen Juden auf der Flucht. 1944 wurde er Apostolischer Nuntius in Paris, 1953 Kardinal und Patriarch von Venedig.

Nach dem Tod Pius XII. wurde er im Alter von 77 Jahren am 28. Oktober 1958 überraschend zum Papst gewählt. Als Johannes XXIII. kündigte er schon drei Monate später das 2. Vatikanische Konzil an, da er ein „aggiornamento“ der Erscheinungsform der Kirche wünschte: Keineswegs wollte er eine Liberalisierung von Glaube und Sitten, sondern – wie es seiner persönlichen Art entsprach – die pastorale Öffnung auf die Welt von heute. Johannes XXIII., der sich als „papa buono“ allgemeiner Wertschätzung erfreute, wurde durch seine gewinnende und humorvolle Art, die freilich mit großer Glaubenstreue und Frömmigkeit gepaart war, selbst zum Symbol einer sympathischen Kirche. In seiner Enzyklika „Pacem in Terris“, die er 1963 kurz vor seinem Tod publizierte, forderte er mitten im Kalten Krieg die internationale Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit. Die Ökumene verdankt ihm wichtige Impulse.

Sein „Geistliches Tagebuch“ offenbart eine glühende persönliche Askese, die als Grund für sei-ne Ausstrahlung gelten muss. Als er während des Konzils, am Pfingstmontag 1963 starb, weinten Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche um ihn. Seine Seligsprechung erfolgte am 3. September als einer der Höhepunkte des Jubeljahres 2000 am Petersplatz, zusammen mit ihm wurde Pius IX. selig gesprochen, den Roncalli seit seiner Jugend als Märtyrerpapst verehrt hatte.
Als Gedenktag wurde der 11. Oktober festgelegt. Das ist der Tag, an dem Johannes XXIII. das 2. Vatikanische Konzil eröffnet hatte. Bei der Öffnung des Sarges am 16. Jänner 2001 wurde der Leichnam unverwest vorgefunden, er wird seit Pfingsten 2001 in einem Glasschrein im Petersdom ausgestellt. Johannes XXIII. war mit einem Lächeln gestorben.
(Martyrologium Sancrucense)


Altarbild: die letzte Kommunion des hl. Hieronymus, Domenico Zampieri, Petersdom

Ein neu ernannter Bischof beklagte sich in der ihm von Johannes XXIII. erstmals gewährten Privataudienz, dass die neue Bürde ihn nicht mehr schlafen lasse. "Oh", meinte Johannes in mitleidsvollem Ton, "mir ging es in den ersten Wochen meines Pontifikats genauso, aber dann sah ich einmal im Wachtraum meinen Schutzengel, der mir zuraunte: "Giovanni, nimm dich nicht so wichtig..." Seitdem schlafe ich wieder."
(Johannes XXIII., Weisheit eines weiten Herzens, 74)

Dienstag, 10. Oktober 2017

Am Grab der seligen Angela Maria Truszkowska



Maria Angela Truszkowska hat 1855 den Orden der Schwestern vom hl. Felix von Cantalice (Felicianerinnen) gegründet.

Lebenslauf von Andreas Resch
Lebenslauf wikipedia



Altar der sel. Angela M. Truszkowska, Krakau

Reliquienschrein der sel. Angela Maria  Truszkowska











Häufig brachte eure Gründerin die ihr anvertrauten Kinder zur Kapuzinerkirche in Warschau, wo der hl. Felix, das Jesuskind in den Armen haltend, dargestellt ist. In der Gestalt des göttlichen Kindes erkannte Maria Angela all jene Kleinen, denen zu dienen sie berufen war. Sie wußte, daß der hl. Felix mit dem Jesuskind in den Armen dargestellt war, weil er, die Last der Notleidenden auf sich nehmend, den armen Christus selbst getragen hatte; und darin erkannte sie auch ihre eigene Berufung.
Die Last der Schwächsten auf sich nehmend, würden sie und ihre Schwestern den »kleinen« Herrn Jesus tragen. Die sel. Angela wußte auch, daß es Maria war, die das Gotteskind in die Arme des hl. Felix gelegt hatte und daß wiederum Maria nun ihren kleinen Sohn den Schwestern vom hl. Felix anvertraute. Wie sinnvoll war es daher, daß sie die Kongregation dem Unbefleckten Herzen Marias weihte

3. Doch das Schwert, das die Seele Mariens durchdringen sollte (vgl. Lk 2,35), durchbohrte auch die eurer Gründerin. »Liebe bedeutet geben«, schrieb sie, »all das, was Liebe verlangt, geben ohne Zögern, ohne Bedauern, mit Freude und dem Wunsch, daß noch mehr von uns verlangt wird.« Der Logik der Menschwerdung folgend, und mit dem Herrn selbst auf ihren Armen wurde die sel. Maria Angela ein Opfer der Liebe. Schritt für Schritt erstieg sie den Kalvarienberg auf einem Weg physischen und spirituellen Leidens, bis ihr Leben vollends im Mysterium des Kreuzes erglühte.
Je tiefer sie in die Finsternis von Golgotha eindrang, um so mehr beharrte sie darauf, daß vor allem die heilige Eucharistie und die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens Mittelpunkt im Leben der Kongregation sein sollten. Ihren Mitschwestern hinterließ sie das Motto: »Alles durch das Herz Mariens zu Ehren des heiligsten Sakraments.« In langen Stunden des Gebets vor dem Altarssakrament erfuhr sie, daß sie und ihre Schwestern berufen waren, »durch den Tod Christi geprägt zu werden« (vgl. Phil 3,10), um ihrerseits Eucharistie zu sein.
In der Mutter Christi erkannte Maria Angela diejenige, die mit dem Leiden und dem Tod ihres Sohnes zutiefst verbunden war, und sie wußte, daß auch das die Berufung der Schwestern sein würde. In Maria, der Unbefleckten, erkannte sie die Frau des Magnifikats, die Frau, deren Selbsthingabe Gott erlaubte, sie mit der Freude des Heiligen Geistes zu erfüllen. Das würde das Leben der Schwestern vom hl. Felix sein
(Aus der Ansprache von Johannes Paul II. an die Kongregation der Schwestern anläßlich ihres Generalkapitels, 16. Juni 2000)




Alles durch das Herz Mariens
zu Ehren des heiligsten Sakraments.

Am 18. April 1993 wurde Angela M. Truszkowska von Johannes Paul II. seliggesprochen




Mutterhaus der Felicianerinnen in Krakau
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