Samstag, 11. August 2012

Rundgang in San Damiano

links San Francesco, Grabstätte des hl. Franziskus, rechts Santa Chiara, Grabstätte der hl. Klara

Das außerhalb der Stadtmauern gelegene Heiligtum  San Damiano war das Klarissenkloster zu Lebzeiten der Hl. Klara (+1253). Ab 1260 übersiedelten die Schwestern in die neue Kirche Santa Chiara, die Grabstätte der hl. Klara, in der heute auch das berühmte Kreuz von San Damiano hängt, Vor diesem Kreuz  bekam Franziskus den Autrag von Christus, die Kirche wiederherzustellen.

Die Kirchenfassade ist schlicht. Gestaltet ist sie durch ein Rundfenster und eine Tür links darüber. Die Tür, die über eine bewegliche Holztreppe erreichbar war, war aus Sicherheitsgründen höher angebracht und führt ins Schlafzimmer der Schwestern.

Heiligtum von San Damiano

Zur rechten Seite befindet sich ein Vorbau mit Gemälden aus dem 14. Jahrhundert. Sie zeigen Maria mit dem Jesuskind, rechts und links davon der hl. Franziskus und die hl. Kara.


Man betritt das Kloster durch eine Tür rechts von der Kirche und gelangt in die Hieronymuskapelle, die zur Zeit des hl. Franziskus als Wohnhaus des Priesters von San Damiano diente.

Maria mit dem Kind, links der hl. Hieronymus, daneben der hl. Bernardin v. Siena.
Zur Rechten Marias stehen Franiskus u. Klara

Von der Hieronymuskapelle kommt man in die Kreuzkapelle. Das Kruzifix aus dem 17. Jahrhundert hat je nach Standort des Betrachters einen anderen Gesichtsausdruck.
Moderne Buntglasfenster zeigen Klara und - Franz ein andermal.



Die einschiffige Kirche mit Tonnengewölbe lädt zur Stille und zum Gebet ein. In der Mitte des Schiffes ist eine Kopie des Damianokreuzes angebracht. In der halbkreisförmigen Apsis thront zwischen Rufinus und Damian Maria mit dem Kind. Es ist durchaus möglich, dass dieses Bild in die Zeit vor Franziskus datiert werden kann, denn nach seinem Tod malte man ihn und Klara gewöhnlich neben Maria bzw. Christus.



Eine kleine Tür rechts vom Chorraum führt zum Chor der Schwestern. Das einfache Chorgestühl und das alte Lesepult bezeugen die Armut der Schwestern und sind wertvolle Erinnerungen aus der Zeit Klaras. Hier beteten die Schwestern das kirchliche Stundengebet.



Eine Treppe führt in das Oratorium der hl. Klara. Die Fresken, Maria mit dem Kind zwischen Franziskus und Klara können schon zu Lebzeiten der Klara entstanden sein. Links neben dem Altar ist eine Nische, in der das Allerheiligste aufbewahrt wurde. Ein Fresko zeigt, wie Klara die Schwestern zur Anbetung Jesu einlädt.



Glücklich ist, dem es gegeben ist, vom heiligen Gastmahl zu trinken
und mit dem ganzen Herzen dem anzuhangen,
dessen Schönheit die seligen Scharen des Himmels immerfort bewundern,
dessen Liebe uns bewegt,
dessen Betrachtung uns erquickt,
dessen Güte und Süßigkeit uns erfüllt,
dessen Gedächtnis beglückend aufleuchtet,
von dessen Duft die Toten lebendig werden und
dessen herrliche Schau die Bürger des himmlischen Jerusalems erfreut.

(aus einem Brief der hl. Klara an die selige Agnes von Prag, Lesehore)


Nische für die Aufbewahrung des Allerheiligsten

Im Schlafraum der Schwestern ist der Lager- und Sterbeplatz der hl. Klara. Nach jahrzehntelanger Krankheit starb sie mit den Worten: "Sei gepriesen, dass Du mich erschaffen hast." Vor ihrem Tod ließ sie Bruder Juniper rufen und fragte ihn: "Weißt du etwas Neues von unserem Herrn Jesus Christus? Allein Jesus interessierte sie, ihn wollte sie lieben. An der Stelle, an der Klara am 11. August 1253 starb, ist eine Bronzetafel mit der Bestätigung der Regel.



Vom Schlafsaal geht es hinunter in den Kreuzgang und zum Refektorium (Speiseraum) der Schwestern.


Das Gewölbe des Refektoriums wurde erneuert, alles andere stammt aus der Zeit der hl. Klara. Hier wirkte Klara Wunder: Vermehrung von Brot und Öl. Als der Papst Klara besuchte und sie auf sein Geheiß die Brote segnete, wurde das Kreuzzeichen auf den Broten sichtbar. Ein Fresko schildert diese Begebenheit.





Vor dem Vorplatz von San Damiano steht zwischen Olivenbäume eine Statue der hl. Klara mit einer Monstranz (Elfenbeinkästchen) mit dem Allerheiligsten Sakrament. Sie erinnert daran, dass die Sarazenen mithilfe des Allerheiligsten Sakraments in die Flucht geschlagen werden konnten.


(Quelle: Kraus, Ruf, Auf der Suche nach Franziskus)

1 Kommentar:

  1. Welch ein wunderschöner Rundgang! Vielen Dank, ich war noch nie dort - aber nun kann ich es mir vorstellen. Sehr eindrucksvoll!

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